Die Flüchtige Leiche

Angizia

Es ist Mitternacht. Aus einer gräulichen Grube guckt ein 
modriger Spielmann - den rechten Zeigefinger in seine 
Schnute gestreckt - durch eine jämmerliche Fuge "seines" 
Erdwalls in die Lüste von Campo Santo. Es war ihm, als säße
 er, als fahriger Totenmann befrackt, in der Grube eines 
Sterbenden. Der Tod hängt ihm an den Knochen und "dennoch 
muss ich hinter die Friedhofsmauern sehen" - sprach's und 
richtete sich auf. Umringt von seltsam sitzenden 
Marionetten wagt er es, sein Händchen durch die Rinne zu 
strecken und nach einer verwaisten Schippe zu greifen, die 
Cambiasso, der Totengräber, nebst nass gewordenem Schabau 
zur Seite legte. Mit einem faulig weichen Holzleierkasten 
auf dem Rücken rankt er sich auf, um nach einfältigem 
Schielen und schnödem Kauern in der Totenlade aus dem 
Grüblein zu steigen und sich - mit dem Spaten in der Hand -
 davon zu machen. Das Gerippe geht dem Ausgang zu und 
bleibt nicht ungesühnt.

Violine

DIE BUCKLIGE

Ein Deckel bewegt sich, ein Ärmelchen regt sich,
ein modriger Leichnam guckt aus dem Totenbett.

(Kiste öffnet sich)

Befrackt war der Tote, spottübel die Grube,
er griff sich´ne Schippe und schleppte sich weg.

(Die Bucklige lallt)

...aus dem Totenbett.

(Die Bucklige lallt)
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Er trug einen Kasten, den leiernden Kasten,
Ganz faulig das Etwas, verließ es das Bett.
Es kroch stetig vorwärts, es stahl sich davon,
am Buckel ertrug es das Werkel mit elendem Hohn.
Der Totmacher sah's und folgte ihm schon.
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