Du Wundervoller Zeitvertreib

Angizia

Der Werkelmann kauert einsam vor dem Totenschrein des 
Mädchens (im Prinzessinnenkleid). Er schiebt den Deckel von
 der Totenlade und blickt gebannt auf den starren 
Kindsleib, der in ein feines Leinentuch gewickelt ist und 
dem Antlitz einer kindlichen Dirne entspricht. Der Kopf des
 Kindes wurde behutsam balsamiert, die weich gezeichneten 
Lippen mit rotem Lippenstift beschmiert. Wie ein eben 
verstorbenes Mädchen blickt dieses zarte Geschöpf aus der 
fauligen Gruft, die kugeligen Augen weit geöffnet. Es ist 
das schönste Geschöpf, das Kezman auf seinem Totenacker 
beherbergt. Völlig irr und bezaubert von der grazilen 
Statur der Leiche beginnt der Werkelmann die Tote zu 
küssen. Als der Gestank des toten Fleischs eine Dohle 
anlockt, verliert er die Fassung.

DER WERKELMANN (spricht)

Dein Haar ist so schön!
Dein Mund ist so schön!
Dein Leib ist so schön!
Dein Leib ist schön!

Klavier setzt ein.

DER WERKELMANN (völlig außer sich)

Mein Kind, so schön,
dein Mund ist hübsch und glänzt so wunderbar.

Ich bin so wild nach deinem harzig Haar
ich bin so wild nach deinem Lippenpaar.

Es küsst dich der Teufel.
Er streichelt dich barsch.
Er wühlt dir im Haar...
und leckt deine Backen.
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(Violine)

DER WERKELMANN

Deine Lippen küsst der Tod.
Heiß ist nur dein Erdbeermund.

(Violine)

Eine Krähe fällt herab und hackt das Fleisch dir Range ab.

(Violine)
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