Mysterium Einer Nacht

Dunkelgrafen

Keine einzige Wolke zerstört die Schönheit der Nacht, 
Sternenklar und unendlich schwarz.
Das Mondlicht gebiert bizarre Schatten, entstehend durch 
fahlen Schein.
Und der Wind streift sanft durch die Kronen der Bäume. Sie 
stimmen ein Klagelied ein,
dass mich in den Schlaf geleitet. Durch einen Zeitlosen 
Raum wurde mein Geist geschleudert,
hinabgezogen in ein Loch seelischer Abgründe, wobei mir 
süßlicher Tod entgegen stieg.
Hervorgerufen durch Moder und Zerfall. Verschlagen hatte es
 mich in ein unterirdisches
Gewölbe. Ertragen von sieben Säulen, sieben die die 
Todsünden preisen.
Aus dem unteren Teil des Gewölbes, das schwach beleuchtet 
war, drang eine liebliche,
sanfte Frauenstimme hervor.
So tritt näher und habe Teil an meinem Mysterium.
Auf dem Boden zu ihren Füßen lag der Leib Christi zitternd 
und vor Angst zusammen- gezogen. Für kurze Zeit war Stille 
eingekehrt und man hörte nur das Winseln des Nazareners.
Lilith streckte ihre Arme empor und zog zwei Ketten, die an
 der Decke verankert waren,
herunter. An den Kopfstücken konnte man jeweils mächtige 
Haken erkennen. Langsam beugte sie sich vorn über den 
Nazarener, sich zuwendend. Behutsam drehte sie seinen
Körper, so dass er auf dem Bauch lag. Mit viel Gefühl und 
Hingabe führte Lilith
die eisernen Haken unterhalb der Schulterblätter ein. Aus 
seinen Wunden sickerte
langsam das Blut heraus und seine Rippen brachen wie dünne 
Äste entzwei.
Der Judengott krümmte seinen Körper und seine 
schmerzerfüllten Schreie brachten nun
das Schlachtfest zum Höhepunkt. Lilith zog den ranzigen 
Leib in die Höhe und befestigte
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die Ketten an den Seitenwänden des Gewölbes. In ihrer 
rechten Hand hielt sei ein
übergroßes Skalpell, womit sie ihm den Brustkorb und das 
Genick aufschnitt.
Anschließend zog Lilith die Haut in großen Stücken vom 
mageren Fleische ab. Der blut-
Überströmte Lieb schwankte hin und her, bis auch die Würmer
 ihr Abendmahl genossen.
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