Landgang

Fäulnis

Grauschwerer Betonnebel und nikotingetrübte 
Stimmungsdepression. Wolkenriesen liegen über der Stadt - 
zerfurcht und aufgedunsen. Ich laufe durch diese alten 
Straßen und wie überall riecht es nach Dreck und Pisse. 
Mein Kopf wieder voller Störgeräusche, als diese Stadt 
plötzlich aufhört zu atmen. Die Meisten haben die Stadt 
längst verlassen, nur ihre Leichen laufen hier noch rum. 
Die hässliche Fresse der Zerfalls lauert in jedem 
Hauseingang. Eine Fäulnis befällt die Betonwüste und frisst
 sich fest in ihre Tiefe. Und gezüchtete Seuchen 
überwuchern auch den letzten Funken Leben. In deinem 
Stammcafe brennt nur noch ein Teelicht in der letzten Bank 
und selbst da sitzen schon Fremde und trinken kaltes 
Erbrochenes aus Porzellangeschirr. Kalt klatscht der Regen 
auf den Asphalt als die Straßenlaternen schon brennen. 
Dreckiger Schein in einer dreckigen Zeit in einer 
gottverdammt dreckigen Welt. Immer mehr beginnt es in 
meinem Kopf zu dröhnen, alles um mich herum dreht sich. Wie
 ein Kreisel, nur Scheiße, nur Schrott und ekelhaftes 
Scheißgefühl. Bilder kommen und gehen, manchmal bleiben sie
 auch und kotzen mir ins Gehirn. Und jeden Tag geht die 
Sonne in die falsche Richtung auf und das alte Haus stürzt 
ein Stück weiter ein.

Lass die Stadt doch verrotten, hier will keiner mehr leben!
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