Es atmet

Illuminate

Als seine Zeit gekommen war, hörte er das alte Haus, das 
schon seit Jahrhunderten einsam an dem dunklen Weiher 
stand, ihn rufen. Nichts dehnte sich so lange wie die 
lahmen Tage und unter schweren Flocken schneeverhangener 
Jahre die Langeweile, Ausgeburt der dumpfen 
Teilnahmslosigkeit.

Des Abends, wenn die Sonne versinkt
Bin ich gefangen in diesen Mauern
Auf weichem Lager ruhe ich und höre wie die Balken flüstern
Mondlicht scheint zu mir herein
Gedämpft von purpurfarbnen Tüchern
Der Geist des Hauses ist in mir
Lässt mit ihm jetzt eins mich sein

Es atmet
Es lebt
Schweigend redet es mit mir
Wiegt mich zärtlich in den Schlaf

Er war ein altes Boudoir voll welker Rosen, ein vereinsamt 
ausgebleichtes Bild. Die Erde war in einen feuchten Kerker 
verwandelt worden, wo die Hoffnung, wie eine Fledermaus mit
 scheuem Flügel, die Mauern entlang streicht und mit dem 
Kopf an fauliges Gebälk stößt. Doch das Haus rief ihn, und 
er folgte der warmen Stimme.

Des Nachts, wenn die Stimmen flüstern
Bin ich geborgen in diesen Mauern
Ich stehe auf der Galerie, das Licht bizarre Schatten wirft
Die Vögel der Nacht ihre Lieder singen
Gedämpft von großen, schweren Scheiben
Der Geist des Hauses ist in mir
Lässt mit ihm jetzt eins mich sein
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